adamatos nannten ihn die alten Griechen: unbezwingbar. Und die Alchemisten des Mittelalters glaubten, dass er sich nur in Bocksblut auflösen lasse. Er ist halt schon ein ganz besonderer Stein, der Diamant. Lange Zeit wusste man gar nicht, wie er überhaupt entsteht. Noch im frühen 18. Jahrhundert meinte der englische Naturforscher Boyle, der Diamant entspringe einem besonders klaren Wasser, in das ein Steingeist gefahren sei. Erst seit etwa 150 Jahren weiß man, dass die edlen Steine in etlichen hundert Kilometern Tiefe in flüssigem Magma entstehen und bei einem Vulkanausbruch mit Überschallgeschwindigkeit an die Erdoberfläche geschleudert werden.

Die frühesten Berichte von Diamanten stammen aus Indien, wo die Steine schon vor zweieinhalb Tausend Jahren bekannt waren. Die Hinduisten hielten sie für ein Geschenk der Götter, das man nicht verändern, also schleifen, durfte. Die Buddhisten benannten nach dem Diamanten einen besonderen Weg der Lebensführung. Einig sind sie sich mit den abendländischen Autoren der Antike und des Mittelalters, dass der Charakter des Steins und seines Trägers zusammenstimmen müssen. Nur ein reiner, aufrichtiger und edler Mensch sollte einen Diamanten tragen dürfen. Seinen Nimbus als reinstes unter allen Materialien verdankt der Diamant dabei einer besonderen philosophischen Logik: Er ist unteilbar und besteht nur aus einem einzigen Element, nämlich Kohlenstoff. Damit käme er der Idee von Gott am nächsten.

Die hinduistische Kosmologie geht davon aus, dass die Planeten unseren Körper und unsere Seele beeinflussen. Die Planeten, so heißt es in den vedischen Schriften, seien durch das göttliche Licht entstanden und gäben ihr Licht an die Edelsteine weiter, mit dem sie auf die Menschen einwirkten. Der Diamant ist dabei der Venus zugeordnet, der Göttin der Liebe.

Was uns heute, wenn wir nicht weiter darüber nachdenken, als eher materialistische Tradition erscheinen könnte, nämlich Diamanten an einen geliebten Menschen zu verschenken, hat also einen viel älteren und in der Mythologie verankerten Hintergrund. Wir bestätigen dem Beschenkten einen reinen und edlen Charakter und setzen darauf, dass der Stein oder die Steine ihrerseits ihre Wirkung entfalten.

Bei Fingerglück achten wir daher ganz besonders darauf, dass die von uns verwendeten Diamanten aus vertrauenswürdigen Quellen stammen, damit sie ihre gute Energie weitergeben können.

Im nächsten Beitrag wird es um Farben und Schliffe gehen – und ein bisschen Zahlenmagie.