Sich schmückende Männer kannten wir eigentlich nur aus fernen oder vergangenen Kulturen, als Indianerhäuptlinge mit Federn oder diamantenbehangene indische Maharadschas. In der europäischen Vergangenheit müssten wir weit zurückgehen: Zu den geschmückten Helmen der Ritter, den Kronen der Könige, der bunten Kleidung der Bauern. Mit dem Eintritt in die Moderne verschwand der geschmückte Mann; in der auf Leistung ausgerichteten Industriekultur passte Schmuck weder zum Arbeiter noch zum Manager.

Dabei wissen wir doch: Schmuck gehört seit jeher zum Menschsein dazu. Wo war er also hin, der Männerschmuck? Wir müssen etwas genauer hinschauen, denn mit dem Wandel des gesellschaftlichen Männerbildes hatte sich auch sein Verhältnis zum Schmuck geändert. Wo Mann-sein vor allem bedeutete, beruflich erfolgreich zu sein, verschwand der Schmuck hinter seiner Funktion: die große Armbanduhr, die Smart-Watch, der geländegängige Wagen, das teure Fahrrad... Obwohl all diese Sachen erst einmal funktional sind, sind sie letztlich doch Schmuck, denn sie heben ihre Träger aus der Masse heraus. In der traditionellen bürgerlichen Leistungsgesellschaft ist Männerschmuck also Schmuck, der vorgibt, etwas anderes zu sein.

Mit dem Wandel der Gesellschaft und der Geschlechterrollen wandelt sich nun aber auch wieder das Verhältnis zum Schmuck. Die klassischen Rollenverteilungen sind Geschichte und wir erleben einen Trend zu mehr Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein. Immer mehr Menschen beiderlei Geschlechts wenden sich vom Konsumismus ab, ziehen das Kleine dem Großen vor, entdecken den Charme des Alten und Gebrauchten. Und gestalten ihr Leben individuell mit Ecken und Kanten.

Dies gibt Raum für Genuss und Kunst und eröffnet auch den Männern einen neuen Zugang zu Schmuck. Und Gelegenheit, den eigenen Geschmack zu kultivieren.

Bei FINGERGLÜCK haben wir in den letzten Jahren erlebt, wie die Männer in Sachen Schmuck mutiger geworden sind und ihre Vorbehalte zum Beispiel gegen ausgefallene Eheringe abgelegt haben. Dabei verarbeiten wir außschließlich fair gehandeltes Gold oder Edelmetall aus recycelten Beständen. So dass der Freude an einem individuellen Schmuckstück nichts im Wege steht.

Warum also nicht mal ein Ring, der sich wie eine kleine Skulptur am Finger trägt? Oder ein Schmuckstück, das die Naturverbundenheit zum Ausdruck bringt? Im Schmuck können Männer noch echtes Neuland entdecken!